Eine Vereinschronik zu schreiben ist immer eine heikle Sache, vor allen Dingen dann, wenn die Protokollbücher so viel Stoff bieten, dass man ein dickes Buch schreiben könnte. Wenn aber das ganze Geschehen eines Vereins aus Platzgründen auf einige wenige Seiten zusammengedrängt werden muss, ist es selbstverständlich, dass nur die wesentlichen Punkte gestreift werden können.

Dass wir im Jahr 2008 unser 60- jähriges Vereinsjubiläum feiern konnten, haben wir einer kleinen Gruppe von Idealisten zu verdanken, die in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg unter denkbar schwierigsten Bedingungen das Wiederauferleben des örtlichen Sportgeschehens in Angriff nahmen.

Am 28. Februar 1948 fand dann im Gasthaus zum Ochsen in Dobel  die Gründungsversammlung des Vereins, damals noch „Turn- und Sportverein statt“, bei der neben die Initiatoren noch viele sportbegeisterte Dobler anwesend waren. In vielen vorausgegangenen Vorbesprechungen am Stammtisch wurden die meisten Detailfragen bereits geklärt. Somit konnte man bei dieser offiziellen Zusammenkunft  nach kurzer Ansprache des damaligen Bürgermeisters Karl Hummel gleich an die Aufstellung einer funktionsfähigen Vorstandschaft gehen. Zum 1.Vereinsvorsitzenden wurde Ludwig Edel von der Versammlung vorgeschlagen und gewählt. Ihm standen drei Abteilungsleiter zur Seite: Für den Fußball Willi Mast, für den Turnberieb Gustav König und für die Skiabteilung Wilhelm Kappler.

Im weiteren Verlauf unserer Chronik wollen wir uns auf das Geschehen in der Fußballabteilung, aus der die heutigen Sportfreunde herauswuchsen, beschränken.

Da Dobel damals noch keinen eigenen Sportplatz hatte, entschloss sich die Fußballabteilung, an der Verbandsspielrunde 1948 noch nicht teilzunehmen. Dafür maßen sich die ersten Dobler „Kicker“ in einer Serie von Freundschaftsspielen mit den Fußballern der benachbarten Orte. Welches Opfer mit dem ersten Heimspiel verbunden war, zeigt ein Zitat aus dem Jahresbericht 1948 „Um den Fußballern die Möglichkeit zum Spielen zu geben, musste ein Ball beschafft werden, der aber mit Geld nicht zu bekommen war. Man einigte sich auf vier Festmeter Holz und nur so konnte der Ball von Herrn Schmid vom Sportverein Birkenfeld beschafft werden. Der Ball wurde am 27. Mai 1948 geliefert“ – Zitat Ende.

Bleibt noch nachzutragen, dass der Rössleswirts – Willi mit seinem Ochsengespann das von Haus zu Haus zusammengebettelte  Holz einsammelte.

Zum ersten Mal kam das „Vereinsschiff“ in Wanken, als Ludwig Ebel wegen seiner Auswärtstatigkeit das Amt des ersten Vorsitzenden nicht mehr weiterführen konnte. Nach langen Bemühungen war es dann gelungen, Herrn Bennewitz für dieses Amt zu gewinnen, in das er bei der Vereinsversammlung am 30. November 1948 eingesetzt wurde.

Bei der ersten Jahreshauptversammlung nach der Gründung – am 16. März 1949 im Rössle – zählte der Verein bereits 80 Mitglieder, von denen jedoch nur 28 anwesend waren. Neben der Wahl des Herbert König zum neuen Leiter der Fußballabteilung, war das Hauptthema der geplante Sportplatz, der in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Dobel im laufenden Jahr geschaffen werden sollte. Der Verein musste(außer dem finanziellen Beitrag der Gemeinde) einen Kostenanteil von 3000-4000 DM übernehmen. Dies war nur möglich durch die großzügige Bereitschaft vieler Freunde des Vereins, die trotz der damaligen Geldknappheit die eigens dafür hergestellten Anteilsscheine erwarben. Im April 1949 wurde schon tatkräftig am Sportplatz gearbeitet. Die Unternehmer Kircher aus  Rotensol und Kull in Dobel, ebneten zusammen mit vielen Freiwilligen in mühevoller Handarbeit das felsige Waldgelände an der Höhenstraße ein. Bereits vier Monate später wurden die Mitarbeiter ein letztes Mal auf die Baustelle „beordert“, um die Restarbeiten auszuführen, damit am 11. September 1949 die Einweihungsfeier im Rahmen eines kleinen Sportfestes abgehalten werden konnte. In den Zeitungen wurde über dieses Ereignis unter der Überschrift „Das reinste Volksfest“ überschwänglich berichtet.

In den ersten Jahren des Jahres 1950 kam erstmals Unruhe in die Fußballabteilung und damit in den  Gesamtverein. Schon damals trugen sich einige Spieler mit Abwanderungsabsichten: So wurde der Torwart mit 25 DM von Wildbad geködert; auch Arnbach machte dem Abteilungsleiter und Linksaußen ein günstiges Angebot. In erregten Aussprachen konnten jedoch beide von ihrem Vorhaben wieder abgebracht werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang die ausführliche Protokollführung des Schriftführers Markert, der diese Debatte wörtlich niederschrieb, genauso wie er minutiös das Eintreffen jedes Ausschussmitglieds festhielt und selbst noch die Entschuldigungsgründe wortwörtlich aufführte, wie z.B. Ausschussmitglied X erst um 9.41 Uhr erschienen – Motorrad platt.

Das Jahr 1950 bescherte dem Verein wieder einen neuen Vorsitzenden, Herrn Nothwang und erste Missstimmungen zwischen Fußballabteilung und Gesamtverein. Dobel spielte in diesem Jahr erstmals in der Verbandsrunde des Enztales mit. Dass die Mannschaft noch nicht Oberliga war zeigten die Resultate. Aber immerhin, mitmachen war das Wichtigste. Damals gab es halt noch Idealisten. Das zeigte sich am besten, wenn sie bei Auswärtsspielen mit dem Lied auftauchten: „Ja, wir san mit´m Radl da, ja wir…“. An Pfingsten 1950 wurde das erste Fußballturnier ausgetragen, das beinahe Jahr für Jahr(an diesen Feiertagen) sich traditionsgemäß wiederholte. Wie kritisch die Lage tatsächlich war, konnte man am Ende des Jahres feststellen; der Verein hatte in dieser Zeitspanne einen Verschleiß von drei Vorständen: Vorstand Nothwang trat sein Amt am 16. Februar 1952 an Emil Hummel ab, dieser wiederum wurde vier Monate später von Robert Jauernig abgelöst. Wieder vier Monate später wurde Walter Achtelik in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zum 1. Vorsitzenden gewählt, kurioserweise musste er erst noch Mitglied im Verein werden.

Im März 1953 versuchte man vergeblich, durch eine Satzungsänderung, wonach neben der Hauptkasse jede Abteilung eine eigene Kasse führen konnte, die schon lange schwelenden Finanzstreitigkeiten zwischen den einzelnen Abteilungen zu beheben. Schon am 12. Oktober 1953 wurde jedoch von der Fußballabteilung die Loslösung vom Gesamtverein schriftlich beantragt und am 27. Oktober 1953 in einer Sitzung bei Anwesenheit aller Abteilungsausschüsse verhandelt. Letzte Entscheidung sollte die außerordentliche Mitgliederversammlung am 7. November 1953 bringen. Diese Vollversammlung nahm den Antrag der Fußballabteilung mit nur 11 Gegenstimmen an. Daraufhin legten alle verantwortlichen Funktionäre ihre Ämter nieder. Die Fußballabteilung formierte sich neu unter dem Namen "Sportfreunde Dobel" und wählte bereits eine Woche später bei der ersten Hauptversammlung Josef Sünder zu ihrem ersten Vorsitzenden. Er wurde 1956 von Erhard Knölller abgelöst. In diesem Jahr tauchte auch erstmals die Forderung nach Umkleideräumen beim Sportplatz auf, da das Umkleiden in den Vereinslokalen im Ort umständlich war. 1958 konnte dann die sogenannte "Sporthütte" in Betrieb genommen werden. Sie bestand lediglich aus einem kleinen Abstellraum und einem Aufenthaltsraum, der bei besonderen Anlässen bewirtschaftet wurde. Um bei diesem Thema zu bleiben, gleich ein "Sprung" um 8 Jahre vorwärts: Am 25. Juni 1966 wurde dann unter dem Vorsi tzenden Gerhard Fol tys mit dem Erweiterungsbau begonnen. In mühevoller Arbeit einiger Vereinsmitglieder entstand das neue Clubhaus mit Umkleide-, Dusch- und Wirtschaftsräumen. Der Kostenvoranschlag von 105.000,-- DM wurde bei weitem unterschritten, dank der wenigen Mitglieder, die über zwei Jahre hinweg den größten Teil ihrer Freizeit auf der Baustelle zubrachten. Wenn man von Idealisten sprechen kann, dann von diesen Sportkameraden, denn was diese dem Verein gegenüber geleistet haben, ist wirklich einmalig. Eine wesentliche Hilfe waren auch die Material- und Geldspenden der Gemeinde Dobel, der Mitglieder und Gönner des Vereins. Termin der offiziellen Einweihung des Clubheimes war der 15. August 1969. Die geladenen Gäste - Vertreter des öffentlichen Lebens, des Sports und der Presse - konnten das stolze Werk bewundern. Vorsitzender Lothar König fand in seiner Begrüßungsrede würdigende Worte für all diejenigen, die sich so aufopferungsvoll für die Verwirklichung dieses Projektes eingesetzt hatten. Alle Gäste waren von dieser großartigen Leistung der Sportfreunde Dobel tief beeindruckt, und sie sparten in ihren Reden nicht mit Lobessworten.

Nach diesem, in der Geschichte der Sportfreunde Dobel wohl bedeutendsten Ereignis, blenden wir wieder zurück zum sportlichen Geschehen des Jahres 1957.

In diesem Jahr bahnte sich nämlich eine fußball - sportliche Überraschung an. Die erste Mannschaft der Sportfreunde Dobel war so in Schwung, dass man gegen Ende der Spielsaison 1957/58 einiges erwarten konnte. Das Wunder geschah, die Mannschaft schaffte nach einem dramatischen Endspurt im letzten Saisonspiel gegen Schömberg tatsächlich den Aufstieg in die A-Klasse. Dieser Erfolg gewinnt noch mehr an Bedeutung, wenn man bedenkt, dass unsere Elite-Fußballer diese ganze Saison über auf dem Ausweichsportplatz im "Tor" ihre Heimspiele absolvieren mussten. In diesem Jahre wurde nämlich mit der dringend notwendigen Erneuerung des Waldsportplatzes begonnen, weshalb sich dann der Spielbetrieb auf den von Otto Bott zur Verfügung gestellten 2 Morgen "Ackerland" abwickeln musste. Bürgermeister Fischer und der damalige Vorsitzende Erhard Knöller trieben die Einebnung und Begrünung des Sportplatzes zügig voran, dem dieses erwähnte Provisorium durfte nicht von langer Dauer sein, wenn man in der A-Klasse bestehen wollte.

Aber auch im Jahr 1958 war nicht alles Gold, was glänzte. Der bewährte Vorstand E. Knöller stellte zur Überraschung aller Aktiven und Passiven sein Amt zur Verfügung und Ludwig Edel wurde sein Nachfolger. Schon ein Jahr später rückte Georg Slawik an seine Stelle. Auch der sportliche Erfolg war ausgeblieben und die erste Mannschaft musste leider wieder in die B-Klasse absteigen. Doch sie erholte sich sofort wieder und gewannen Spiel um Spiel. Am Ende der Saison 1959/60 hieß der Meister der B-Klasse des Enztales Sportfreunde Dobel. Niemand freute sich darüber mehr als der inzwischen neu gewählte Vorsitzende Reinhold Stängle, insbesondere weil sich der Verein bis 1962 in der A-Klasse halten konnte und nur durch Entscheidung des Württembergischen Fußballverbandes am grünen Tisch in die untere Spielklasse absteigen musste. Ein kleiner Lichtblick in der allgemeinen Enttäuschung war die Meisterschaft der Jugendmannschaft.

Inzwischen hatte Dr. Eugen König das Vereinssteuer übernommen. Er wurde 1962 von dem aktiven Spieler Harry Faas abgelöst, der mit einer ganz jungen Vorstandschaft in der bisherigen Vereinsgeschichte - ungewöhnlich lange  bis 1966 - den Verein lenkte. In seiner Amtszeit schlossen sich die Sportfreunde Dobel zusammen mit den Nachbarvereinen der Albtal-Staffel des Fußballkreises Karlsruhe an. Damit war der Verein in spielerischen Belangen dem Badischen Fußballverband unterstellt.

1966 trat Harry Faas sein Amt an den ebenfalls aktiven Sportler Gerhard Fol tys ab, der als unumstrittener Torschützenkönig der vergangenen Jahre und als Trainer der Aktiven sich im Verein besondere Verdienste erworben hatte. Unter seinem Vorsitz wurde, wie bereits erwähnt, die Clubhaus-Erweiterung durchgeführt.

Bei der ersten Hauptversammlung im neuerbauten Clubhaus übernahm Lothar König den Vereinsvorsitz. Ihm war es gelungen, den Bundesligaverein MSV Duisburg, der im Juni 1970 im Hotel Ochsen in Dobel sein Trainingslager aufgeschlagen hatte, zu einem Fußballspiel gegen den 2. Amateurligisten 1. FC Calmbach zu gewinnen. Dieses Ereignis lockte die wohl einmalige Zahl von ca. 3000 Zuschauern auf unseren Waldsportplatz.

Ab Januar 1973 leitete Wilhelm König den Verein. In seine Amtszeit fiel 1974 die Energiekrise, die den Gemeinderat zu dem Beschluss veranlasste, künftig für die Benutzung der Turnhalle einen Unkostenbeitrag von 25,-- DM für Strom und 50,-- DM für Heizung pro Veranstaltungstag zu erheben. Dieser Beschluss erregte di e Gemüter der Ausschussmitglieder so sehr, dass man sogar in Erwägung zog, "die Veranstaltungen in der Turnhalle ganz zu lassen, wenn einem von der Gemeinde das sauer verdiente und vom Verein dringend benötigte Geld wieder aus der Tasche gezogen wird".

Ein Kompromissvorschlag der Gemeinde, jedem örtlichen Verein einen Veranstaltungstag in der Turnhalle kostenfrei zu gestatten, brachte dann wieder etwas Ruhe ins Vereinsleben.

Im selben Jahr konnte die letzte Darlehensrate für das Clubhaus getilgt werden, so dass der Verein nun wieder schuldenfrei war. Im Protokoll der Ausschusssitzung vom 30. Juni 1974 liest sich das dann so: " Wir alle können auf diesen Tag stolz sein. Dies veranlasste uns, einen kräftigen Schluck zu nehmen!"

Auch die Aufstellung von Flutlichtmasten im Jahre 1975 belastete die Vereinskasse nicht, da die Arbeiten in Eigenleistung getätigt wurden und das Material - die Stahlrohre und die Scheinwerfer - als Spenden verbucht werden durften.

Um mehr Anreiz für größere sportliche Erfolge zu schaffen, wurde 1976 erstmals eine Siegprämie in Höhe von 20,-- DM pro Punktgewinn ausgesetzt - leider ohne die gewünschte Resonanz. Das Spieljahr gestaltete sich für die Vereinskasse günstig: Der Kassier brauchte nur einen kleinen, bescheidenen Beitrag an die Mannschaftskasse überweisen. Dies sollte sich 1977 mit der Verpflichtung von Otto Barth als Trainer und später als Spieler sowie mit der Erhöhung der Punktprämie ändern.

Neue Richtlinien für die Erteilung einer neuen Gaststättenkonzession für das Clubhaus machten 1977 Umbauarbeiten zur Vergrößerung des Küchenbereichs notwendig. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der übrige Bereich einer Generalüberholung unterzogen, um wieder die Voraussetzungen für eine ordentliche Verpachtung des Objekts zu erfüllen.

Wie im privaten Bereich, so stellte sich auch den Sportfreunden allmählich die Frage: Wohin mit den sich anhäufenden Gerätschaften? Die Lösung bot sich durch das Angebot der Gemeinde zum günstigen Erwerb – umsonst – einer Fertiggarage, die dem Hallenbadbau weichen musste. Die Aufstellungsgenehmigung durch das Landratsamt Calw war nur mit der Auflage zu erhalten, diese Garage durch das Anpflanzen von heimischen Gehölzen nach Osten hin zu "tarnen". Nach mehrmaliger Anmahnung wurden dann drei Fichten gepflanzt, aber man sieht die Garagen trotzdem noch und alle haben sich an ihren Anblick gewöhnt.

Um die Faschingsveranstaltungen der Sportfreunde noch attraktiver zu machen, wurde am Fastnachtdienstag 1979 der "Original Dobler Fasching" mit buntem Programm ins Leben gerufen. Diese Veranstaltungsreihe war der große Renner im Veranstaltungsprogramm der Sportfreunde und ließ alljährlich den Kursaal aus allen Nähten platzen.

Am 4. Juni 1980 war es dann endlich wieder einmal soweit: Nach 1960 konnte die 1. Mannschaft der Sportfreunde zum zweiten Mal eine B-Klassenmeisterschaft und damit den Aufstieg in die Kreisklasse A Karlsruhe feiern.

War die Feierstunde mit Musikverein und Liederkranz noch überschwänglich, kam der Katzenjammer gleich darauf im folgenden Spieljahr: Die Sportfreunde Dobel trugen die rote Laterne und mussten wieder absteigen. Weil daran außer den schlechten Platzverhältnissen auch die Funktionäre des Fußballkreises Karlsruhe nicht ganz unschuldig waren, beschloss man konsequenterweise den Wechsel zum Fußballkreis Pforzheim, und es zeigte sich bald, dass die Sportfreunde Dobel hier sehr gut aufgehoben sind.

Freud und Leid liegen oft sehr dicht beieinander. So gab die 1. Mannschaft des Bundesligisten Karlsruher SC am 01.September 1981 ein Gastspiel in Dobel aus dem traurigen Anlass, dass unser treuer Sportkamerad Horst Vischer auf dem Weg ins Karlsruher Wildparkstadion tödlich verunglückte.

 

Damit die KSC-Elitekicker sich nicht die Beine brachen, musste das Spielfeld wieder einmal umfassend instandgesetzt werden. Da auch diese Platzkosmetik genau so fruchtlos war wie in all den Jahren zuvor, erhielt die Forderung aus den Siebzigerjahren nach einem neuen bzw. zweiten Spielfeld neuen Nachdruck. In der Zwischenzeit wurden etliche Vorschläge unterbreitet, alle Möglichkeiten diskutiert und sogar Geländeerhebungen durchgeführt.

Im Frühjahr 1984 nahm die Sache endlich konkrete Formen an, als Bürgermeister Westenberger Pläne für die Errichtung eines Kunstrasensportplatzes vorlegte. Dies war ein Vorschlag der Oberfinanzdirektion, die diesem Nachdruck verlieh, indem sie gleich hinzufügte, dass nur ein solcher Platz für die Gemeinde Dobel Aussicht auf Bezuschussung hätte. Gemeinde und Sportfreunde beugten sich diesem sanften Druck der Oberfinanzverwaltung und beschlossen nach Besichtigungsfahrten in die Schweiz und nähere Umgebung, einen solchen Kunstrasensportplatz zu bauen.

Im Zusammenhang mit einem damals geplanten Sporthotel- Neubau wurde der neue Sportpatz auf Bundesliga- Normmaß vergrößert, damit auch ein Karl-Heinz Rummenigge darauf Fußball spielen könnte. Außerdem wurde er mit einer leistungsstarken Flutlichtanlage, einer 100 m Tartanbahn und einer Weitsprunganlage ausgestattet.

 

Während der Bauphase wurde der Spielbetrieb 1984/85 auf den Weideflächen beim Wasserturm aufrecht erhalten. Dieser kleine, unebene Ausweichplatz verhinderte die programmierte B-Klassenmeisterschaft unter dem neuen Spielertrainer Adi Zündel, der inzwischen Fred Theurer abgelöst hatte.

Bei der Jahreshauptversammlung im Januar 1985 stellte sich der 1. Vorsitzende Wilhelm König nach nunmehr 12- jähriger Amtszeit nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung. Der bisherige Spielausschussvorsitzende Heinz König sprang in die Bresche, und ihm war es dann vorbehalten, im Juli 1985 den neuen Kunstrasensportplatz in einer Festwoche der Superlative einzuweihen: Da spielte die deutsche Hockeynationalmannschaft , es gab ein deutsch-türkisches Fußballfestival vor 5000 Zuschauern zwischen dem 1. FC Pforzheim und Galatasaray Istanbul mit Trainer Jupp Derwall, man sah die Portas- Altinternationales zaubern und vieles, vieles mehr.

Das war selbst für Bürgermeister Westenberger zuviel und er ging in die Luft - mit einem Heißluftballon bis nach Bad Herrenalb.

Bei so viel Sportprominenz in Dobel musste auch das Umfeld um den neuen Sportplatz stimmen. So wurde kurzfristig das Clubhaus um einen großen Umkleideraum erweitert, die Duschanlage erneuert und das ganze Gebäude erstrahlte im neuen Farbenglanz.

Nun waren auch die äußeren Bedingungen so gut, dass einer erneuten Meisterschaft in der Kreisklasse B nichts mehr im Wege stand. So konnte dann am 7. Mai 1986 tatsächlich die Meisterschaft und Wiederaufstiegsfeier im Kursaal veranstaltet werden.

Konnte im 1. Jahr der Zugehörigkeit zur Kreisklas e A Pforzheim der Klassenerhalt geschafft werden, so sieht es doch heuer nicht zum Besten aus.

Zeitraum 1988-2010 fehlt noch.